motorradreifen wuchten

Wie wuchte ich meine Motorradreifen

Motorradreifen selber wuchten und sicher fahren

Ja man kann seine Motorradreifen selber wuchten. Ich habe dir eine Schritt für Schritt Anleitung zusammengefasst.

Über Sinn und Unsinn vom Motorradreifen wuchten streiten sich die Geister. Eine leichte Unwucht hat bei einem Motorrad bei Weitem nicht die Auswirkungen, wie sie beim Auto zu spüren wäre.

Vor allem bei gemütlichem Cruisen über Landstraßen kommt es nicht auf die Gramm genaue Auswuchtung an.

Bei hart heran genommen Enduros macht ein penibles Auswuchten am wenigsten Sinn.

Ganz anders schaut es aber bei leistungsstarken Maschinen aus, die häufig im Grenzbereich gefahren werden.

Wie wuchte ich meine Motorradreifen

Bei 240 km/h sollte die ganze Maschine wie ein Uhrwerk laufen und an keiner Stelle zu zittern beginnen.

Bei dieser Anwendung besteht in der Regel kein Zweifel darüber, ob das Motorradreifen wuchten sinnvoll ist oder nicht. Bei echten Motorrad – Enthusiasten, die gerne selber Hand anlegen, gehört das Wuchten aber in der Regel zum Saisonstart dazu.

Inhaltsangabe
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    Nutzen von gewuchteten Rädern am Motorrad

    Ein gewuchtetes Rad ist laufruhiger. Die Massenverteilung am Rad ist ausgeglichen. Ein Ausschlagen nach einer Seite oder Aufschaukeln des Rads wird durch eine gewissenhafte Wuchtung nachhaltig vermieden. Wirklich spürbar wird eine Unwucht im Reifen jedoch meist erst bei höheren Geschwindigkeiten. Beim gemütlichen Cruisen über Landstraßen wird eine leichte Unwucht in der Regel nicht bemerkt.

    Bei schüttelstarken Choppern mit V-2 Motoren oder großvolumigen “Eintopf-Enduros” bleiben Unwuchten meist völlig unbemerkt. Wenn du aber eine 150 PS starke Rennmaschine dein Eigen nennst und es genießt, im Grenzbereich der Geschwindigkeit zu fahren, dann sind penibel ausgewuchtete Reifen Gold wert. In diesem Fall raten wir dir aber dazu, die Räder professionell auswuchten zu lassen und unseren Artikel über die 5 unterschätzen Tipps nachzulesen.

    Zeitpunkt zum Motorradreifen wuchten

    Es gibt drei Zeitpunkte, bei denen du deine Motorradreifen wuchten oder wuchten lassen solltest:
    1. Zum Start der Saison nach dem Ausmotten

    2. Beim Wechsel von jedem Reifen

    3. Wenn du eine Unwucht am Rad feststellst

    Das Auswuchten zu Saisonstart ist der ideale Moment, bei dem du die Motorradreifen selber wuchten kannst. Die Vorgehensweise ist recht einfach und hilft dir dabei, deine Maschine ganz genau kennen zu lernen. Wenn deine Reifen aber fällig für den Wechsel sind, kannst du sie gleich beim Aufziehen neu auswuchten lassen. Reifen selbst zu wechseln ist eine unerhörte Plackerei und es geht meistens nie ganz ohne Beschädigungen für die Felge.

    Sollte dir eine ungewohnte Vibration während der Fahrt auffallen, kannst du erst einmal checken ob du ein Wuchtgewicht verloren hast. Die Klebespuren sind dann immer noch gut zu erkennen. Falls du Speichenfelgen an deinem Motorrad hast, solltest du auch deren Sitz und korrekte Spannung kontrollieren. Bei Druckguss-Felgen ist dieser Fehler hingegen ausgeschlossen. Eine Unwucht während der Fahrt kann auch von einem beschädigten Radlager oder einem defekten Reifen stammen. Geh systematisch auf die Fehlersuche und schließe schrittweise alle möglichen Ursachen für deine unruhige Fahrt aus. Erst danach kannst du dich wieder auf eine entspannte Weiterfahrt auf deiner Maschine freuen.

    Motorradreifen selber wuchten - Schritt für Schritt

    Beim Motorradreifen selber wuchten muss dir klar sein, dass du es niemals in der Qualität und Präzision hinbekommen wirst, wie es eine professionelle Werkstatt kann. Wenn du also nur aus Wartungsgründen deine Maschine “so gut wie möglich” auswuchten willst, dann genügt das DIY-Verfahren vollkommen. Falls du aber deine Maschine im Grenzbereich jenseits der 180 km/h über die Autobahn jagen möchtest, dann nimm bitte professionelle Hilfe in Anspruch. Bei diesen Geschwindigkeiten kommt es auf das Zehntelgramm und die millimetergenaue Platzierung der Wuchtgewichte an.

    Zum Motorradreifen selber wuchten brauchst du:

    Mit dem Motorradständer oder der Motorrad-Hebebühne sorgst du dafür, dass du bequem am Motorrad arbeiten kannst. Du kannst damit vor allem sicherstellen, dass es dir im demontierten Zustand nicht umfällt. Kleine Motorrad-Hebebühnen, die du unter dem Motorblock ansetzen kannst, gibt es ab ~75 Euro. Sie heben dein Motorrad so weit hoch, dass du gefahrlos die Räder demontieren kannst.

    Für die Demontage vom Vorder- oder Hinterrad genügt ein einfacher Werkzeugkasten. Ein Motorrad wird mit hohen Anzugsmomenten verschraubt. Nimm deshalb bitte kein billiges Werkzeug. Es ist für Arbeiten am Motorrad ungeeignet, da es dabei schnell kaputt gehen kann. Ein Marken-Werkzeugkoffer ab 80 Euro reicht aber aus. So viel solltest du für einigermaßen vernünftiges Werkzeug aber schon investieren. Ganz wichtig: Besorge dir auch einen guten Drehmomentschlüssel. Diesen brauchst du, wenn du dein Motorrad wieder zusammen bauen willst.

    Der Auswucht-Bock dient dazu, dein Vorder- oder Hinterrad spielfrei und optimal gelagert aufzuhängen. Du kommst damit der Unwucht auf die Spur und kannst das Rad auch genau nach weiteren Schäden untersuchen. Auswucht-Böcke kosten ca. 50 Euro. Das Klebeband brauchst du, um die Auswuchtgewichte probehalber anzukleben. Erst wenn Menge und Position stimmen, verwendest du die selbstklebende Fläche der Gewichte.

    Die Vorgehensweise beim Motorradreifen selber wuchten ist folgende:

    1. Maschine abstellen und aufbocken

    2. Räder abbauen

    3. Räder einspannen

    4. Unwucht finden

    5. Auswuchtgewicht anbringen

    6. Maschine wieder montieren

    1. Maschine abstellen und aufbocken
    Stell die Maschine sicher auf der Hebebühne ab und fahre sie vorsichtig hoch. Hebe sie so weit an, bis die Räder frei liegen. Montiere immer beide Räder ab, damit der Schwerpunkt der Maschine auf der Hebebühne gleich bleibt.

    2. Räder abbauen
    Achte beim Räder Abbauen darauf, dass du immer das korrekte Werkzeug verwendest. Prüfe beim Vorderrad auch gleich die Bremsbeläge der Scheibenbremse, ebenso beim Hinterrad. Prüfe beim Hinterrad auch das Ritzel. Wenn da die Kette schon ordentlich Kuhlen eingefressen hat, bestell gleich ein neues. Tausche dann ebenso die Kette aus und prüfe das Antriebsritzel. Meistens ist es
    dann auch schon gut verschlissen und reif für den Austausch. Wenn die Räder ausgebaut sind, prüfe eingehend das Profil. ist es noch gleichmäßig in ausreichender Stärke vorhanden, kannst du mit dem Motorradreifen selber wuchten fortfahren. Falls der Vorder- oder Hinterreifen aber ausgetauscht werden muss, lass ihn gleich mit wuchten. Das ist nur geringfügig teurer.

    3. Räder einspannen
    Das Rad wird in den Auswuchtbock eingespannt. Das Kettenrad oder die Bremsscheibe erneuerst du gegebenenfalls vor dem Einspannen. Beste Ergebnisse bekommst du aber immer durch Motorradreifen Auswuchten mit Bremsscheibe und Kettenrad. Dazu sind an der Querstange vom Auswuchtbock zwei verschiebbare Konusse angebracht. Die Konusse werden handfest in die Radnabe eingepresst und mit den integrierten Inbusschrauben gesichert. Die Querstange selbst ist hervorragend gelagert, so dass das Suchen nach der Unwucht entsprechend einfach ist. Wenn das Rad sicher und spielfrei eingespannt ist, entfernst du zunächst die alten Auswuchtgewichte. Verwende dazu den Kunststoffspachtel, damit du dir die Felgen nicht zerkratzt. Entferne auch gleich die Reste vom Klebstoff des alten Auswuchtgewichts. Das geht am besten mit dem Bremsen- oder Silikonreiniger.

    4. Unwucht finden
    Treibe das eingespannte Rad jetzt kräftig mit der Hand an, bis es sich schnell dreht. Stell dich parallel zum Rad hin und beobachte mit einem scharfen Blick, wie es sich dreht. Wenn du deutliche Ausschläge siehst, ist deine Felge beschädigt und du wirst auch durch Auswuchten nichts erreichen können. Dann heißt es: Komplette Felge austauschen. Sofern du Speichenfelgen hast, kannst du diese durch Nachspannen lassen wieder versuchen zu richten. Nach dem Auslaufen hat sich das Rad mit dem schwersten Punkt nach unten gedreht. Wenn du jetzt das Rad vorsichtig einige Zentimeter vor- oder zurück drehst, kannst du diese Annahme bestätigen. Das Ausgleichgewicht kommt nun exakt auf die gegenüber liegende Seite – also nach oben.

    5. Auswuchtgewicht anbringen
    Klebe nun das Auswuchtgewicht an die oberste Stelle von der Felge. Gehe dabei schrittweise vor. Beginne mit einem leichten Gewicht von fünf Gramm. Verwende zum Ankleben zunächst nur das Klebeband. Du hast damit die größtmögliche Freiheit, die exakte Menge und Position der Auswuchtgewichte auszuwählen. Bewege immer wieder vorsichtig das Rad hin- und her. Solange es sich in der ursprünglichen Position einpendelt, hast du noch zu wenige Gegengewichte angebracht.

    Wenn sich das Rad aber herum dreht und die Auswuchtgewichte jetzt der tiefste Punkt der Felge bildet, dann hast du zu viele Gegengewichte angebracht. Ideal ist es, wenn sich die Felge in einem “indifferenten” Zustand befindet. Das bedeutet, dass du das Rad drehen kannst wie du willst, es bleibt immer in der Position stehen. Wenn du diesen Punkt gefunden hast, befestige die Gewichte mit den vorgesehenen Klebeflächen. Achte darauf, dass die Klebeflächen auf der Felge fettfrei und sauber sind. So kleben die Gewichte am besten.

    6. Maschine wieder montieren
    Montiere nun die Räder wieder an dein Motorrad. Achte darauf, die Steckachsen mit dem korrekten Drehmoment zu verschrauben. Wenn du mit dem Motorradreifen montieren und wuchten fertig bist, steht der nächsten Saison nichts mehr im Wege. Viel Spaß und stets eine sichere Fahrt!

    Häufig gestellte Fragen zum Thema Motorradwuchten

    1. Motorradreifen auswuchten mit Bremsscheibe oder ohne?

     

    Die Bremsscheibe vom Vorder- oder Hinterrad trägt geringfügig zu seiner Laufruhe bei. Wenn sie krumm ist, kann sich das auf die Fahrdynamik auswirken. Du solltest deshalb beim Motorradreifen mit Bremsscheibe zunächst darauf achten, ob diese noch in Ordnung ist. Falls sie der Mindestdicke schon nahe kommt oder sogar Riefen und Rillen hat, solltest du sie vorher austauschen. Achte beim Montieren auf den festen Sitz und ziehe die neue Bremsscheibe mit dem korrekten Drehmoment an. Danach heißt es aber: Motorradreifen auswuchten MIT Bremsscheibe. Nur so bekommst du ein eindeutiges und korrektes Ergebnis.

    Motorradreifen wuchten mit Bremsscheibe

    2. Motorradreifen wuchten mit Kettenrad

    Wie beim Motorradreifen Auswuchten mit Bremsscheibe prüfst du beim Motorradreifen Wuchten mit Kettenrad zunächst alle Bauteile sorgfältig durch. Wenn das Kettenrad noch in Ordnung ist, kannst du es montiert lassen. Andernfalls tausche es sicherheitshalber aus. Ein neuer Kettentrieb bewahrt dich vor bösen Überraschungen während der Fahrt. Wie bei der Bremsscheibe, achtest du beim Motorradreifen Wuchten mit Kettenrad darauf, dass alle Bauteile mit dem korrekten Drehmoment angezogen sind.

    3. Motorradreifen Wuchten Einarmschwinge: Ausbauen oder am Motorrad wuchten?

    Wir empfehlen grundsätzlich, das Rad zum Wuchten auszubauen. Auch bei einer Einarmschwinge muss das Rad von der Maschine gelöst und separat betrachtet werden. Darum: Beim Motorradreifen Wuchten Einarmschwinge, trotzdem mit Maschine oder manuell vorgehen.

    4. Motorradreifen Wuchten statisch / dynamisch?

    Der Unterschied beim Motorradreifen wuchten statisch / dynamisch ist ganz einfach: Beim Motorradreifen selber wuchten kommt nur die statische Methode in Betracht. Dynamisch geht das Motorradreifen Wuchten mit Wuchtmaschine nur in einem professionellen Fachbetrieb.

    5. Wie erkennt man neue unwuchte Reifen?

    Eine Unwucht im Rad kann viele Ursachen haben. Ein ungleichmäßig abgefahrener Reifen kann dazu eine Ursache sein. Meist sind aber geringfügige Verzüge in der Felge die Ursache für eine Unwucht.

    6. Motorradreifen wuchten mit Wuchtmaschine?

    Natürlich erzielst du beim Motorradreifen wuchten mit Wuchtmaschine die besten und präzisesten Ergebnisse. Nur musst du für ein solches Gerät auch etliche tausend Euro bezahlen. Für den normalen Hausgebrauch genügt daher das manuelle Verfahren. Allerdings solltest du zumindest einen Motorradreifen-Auswuchtbock verwenden. Sie sind auf zehntel Millimeter gefertigt und garantieren dir einen parallelen Sitz beider Seiten. Die Motorradreifen Wuchtmaschine lässt du beim Profi stehen. Wenn du ein Motorrad in der 200 PS Klasse kaufst, kannst du die Räder immer noch auf der Motorradreifen Wuchtmaschine auswuchten lassen

    7. Motorradreifen Auswuchten: Kosten?

    Die Motorradreifen Auswuchten Kosten sind recht hoch. Wenn du die Maschine nur zum Auswuchten vorbei bringst, musst du mit ca. 50 – 80 Euro pro Rad rechnen. Bedenke, dass die Räder für die Motorradreifen Wuchtmaschine ausgebaut werden müssen. Wenn du aber dein Motorrad mit ganz neuen Reifen, Bremsscheiben und einem neuen Kettenrad bestücken lässt, werden die Motorradreifen Auswuchten Kosten sehr gering. Mit ein bisschen Verhandlungsgeschick bekommst du diesen Service dann sogar kostenlos.

    8. Motorradreifen Montieren und Wuchten: Dauer?

     

    Die Dauer vom Motorradreifen Montieren und Wuchten kommt darauf an, ob du es selbst machst und wie geübt du bist. Das Motorradreifen Wuchten mit Wuchtmaschine geht recht schnell und ist in ein paar Minuten erledigt. In der heimischen Garage kannst du für das vollständige Motorradreifen Montieren und Wuchten aber gut einen ganzen Samstagnachmittag einplanen. Aber zum Saisonstart ist es ja grundsätzlich nicht verkehrt, wenn du dir deine Maschine mal ganz genau ansiehst. Besser du entdeckst jetzt die eine oder andere Schwachstelle bevor sie dir auf der Straße zum Verhängnis wird.

    Es ist noch mehr Möglich; Schau dir unseren Cafe Racer Guide an.